• Jale

Fear is the heart of love

Ich habe eine Erkenntnis in der letzten Woche erfahren dürfen, die seither mein gesamtes Denken und Fühlen geshiftet hat. Heute ist der Tag, an dem ich mit meinem Blog online gehe und ich kann diesen Schritt nicht gehen, ohne dir davon zu erzählen. Dazu eine kleine Hinführung:


Ich befinde mich momentan in einer Phase, in der ich mit Leib und Seele alle kleinen Steine, die mich noch in der Vergangenheit halten, aus meinem Rucksack zu werfen. Vor ein paar Tagen liege ich also im Bett, philosophiere über Nähe und Distanz, lasse meine Kindheit Revue passieren. Ich mache die ‚Innere-Kind-Meditation‘ zum gefühlt tausendsten Mal. Immer und immer wieder gehe ich in Gedanken in die Situation zurück, in der ich mich das erste Mal als nicht gut genug wahrgenommen habe. Ich fühle, wie sich mein inneres Kind verlassen und einsam fühlt, Verlustangst und Unsicherheit machen sich körperlich bemerkbar. Langsam verzieht sich der Nebel, ein negativer Glaubenssatz nach dem anderen ploppt auf und durchdringt meine Gedanken, bis sie der Reihe nach in klaren, hellen Buchstaben in meinem Inneren lesbar sind. Ich bekomme eine Gänsehaut. Um diesen Moment zu unterstreichen, läuft zufällig ‚I will follow you into the dark‘ von Death Cab for Cutie im Hintergrund. Und wie aus dem Nichts trifft mich der Satz „fear is the heart of love“ mitten ins Herz. Dies scheint der magische Klick-Moment zu sein, von dem immer gesprochen wird.


Ich habe schon viele Texte zur Loslass- und Vergebungsarbeit gelesen, viel über Ängste gelesen. Ich habe einen Podcast nach dem anderen in den letzten Jahren gehört, um meine inneren Dämonen zu erkennen und ins Licht gehen zu lassen. Und immer wieder bin ich an Ängste gestoßen, die mich seit meiner frühen Kindheit klein halten. Vieles konnte ich verabschieden, wie eine Zwiebel eine Schicht nach der nächsten abschälen. Ich scheine mich am Kern zu befinden, denn die Schichten lassen sich nur noch in langen Prozeduren mit viel Geduld lösen – und es wird schmerzhafter.


Mit der Aussage ‚fear is the heart of love‘ assoziiere ich direkt eine Podcastfolge von Laura Malina Seilers Podcast ‚happy, holy and confident‘, in der sie davon spricht, dass hinter unserer größten Angst unser wahres Talent steckt. Schon häufig habe ich diesen Satz gehört und anerkennend genickt. Ich habe begriffen, aber JETZT ist der Zeitpunkt, an dem ich es annehmen und integrieren kann. Unsere Ängste sind die kleinen Fahnen, die in der Ferne wehen und uns zeigen, dass wir näher hinschauen müssen. Unsere inneren Kinder sitzen an diesen Fahnen und schwingen sie leidenschaftlich hin und her, beide Hände fest zugeschnürt, nur in der Lage, diese eine monotone Bewegung auszuführen.

Wir müssen hingehen, uns neben unsere inneren Kinder setzen und die Fesseln lösen, damit wir frei sind. Damit unsere Ängste unseren großen Träumen, Visionen und Wundern, die wir uns seit jeher sehnlichst wünschen, Platz machen. Wir müssen die Fesseln lösen, damit unsere inneren Kinder unbeschwert und mutig wachsen, ihre Leben in die Hand nehmen und ihre eigenen Wege gehen können.


Heute hatte ich Angst, mit dir meinen Blog zu teilen, aber ich verabschiede sie mit einem Lächeln und vertraue. Ich freue mich, dass du hier gelandet bist und freue mich auf die Reise mit dir!


Jale

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© Jale Pakhuylu, 2020 

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